Eines Tages, irgendwann im Mai 2025, wurden wir vom zwanzig° gefragt, ob wir ein paar Spendenraeder gebrauchen koennten. Da waer auch ein Anhaenger dabei, der ist aber komisch, den muessten wir nicht mitnehmen, wenn wir nicht wollten, weil der wohl keine Kupplung haette.
Johannes und ich schnappten uns daraufhin zwei Lastenraeder und die Carla Cargo und fuhren rueber ins Johannesviertel und holten die drei Raeder und den Anhaenger ab. Die drei Fahrraeder auf die Carla Cargo und den Anhaenger auf mein Lastenrad.
Zuerst stand der Anhaenger ein paar Tage im zwanzig°, dann brachte ich ihn zu mir. Dort stand er dann auch ein paar Wochen herum. Dann fand ich etwas Zeit und begann ihn aufzuarbeiten.
Der Fahrradanhaenger sollte dem Heinerbikeprojekt zur Verfuegung gestellt werden - denn wenn er von allen genutzt werden kann, sind die Ressourcen am Besten genutzt.
Zuerst habe ich ein paar Bilder gemacht, um die Mitorganisatoren zu ueberzeugen, dass der Anhaenger ein guter Zugewinn ist:
Die Anhangerkupplung ist ne ziemlich coole Sache. Im Grunde ist das nur eine Klemme, die an der linken Kettenstrebe festgeklemmt wird, mit einem flexiblen Teil und an der Deichsel befestigt. Dadurch ist der Anhaenger aber universal nutzbar und schnell angekoppelt, da am Zugfahrzeug nichts geschraubt werden muss.
Um ins Heinerbikeprojekt aufgenommen werden zu koennen, musste der Anhaenger erstmal vorbereitet werden. Die Heinerbikes, damit sind auch Anhaenger mitgemeint, sind alle im gleichen Tuerkis lackiert oder haben entsprechende Farbakzente. Da der Lack schon beschaedigt war und der Rahmen schon angefangen hatte zu rosten, war eine Neulackierung unausweichlich.
Dafuer musste der alte Lack erstmal herunter. Darum kuemmerte sich René mit einer Gruendlichkeit, der Respekt gezollt werden muss. Bis zur letzten S-Bahn, die irgendwann um 2:30 Uhr oder so, faehrt schrubbte er mit Flex und Zopfbuerstenaufsatz den Rahmen komplett blank!
[Die Bilder vom Lackieren des Rahmens sind leider verlorengegangen :(]
Nach dem Lackieren fiel dann auf, dass die Deichsel beschaedigt war. Kann man sogar ganz gut sehen.
Das beschaedigte Stueck der Deichsel wurde abgesaegt und ein passendes Ersatzstueck organisiert.
Faellt gar nicht auf ...
Bei der Qualitaet von Kettler ist das natuerlich eine fragwuerdige Entscheidung.
Erste Testfahrt ohne Last.
Testfahrt mit Testgewicht.
Am Ende vom Tag waren wir zufrieden mit dem Haenger.
Als naechstes wurde dann die Deichsel lackiert und der Rahmen nachgestrichen.
Nach langer Ruhezeit arbeiteten wir weiter an dem Anhaenger. Theoretisch war der Anhaenger schon fertiggestellt, allerdings stellte sich die Klemmkupplung nicht als so toll heraus, wie wir gedacht hatten. Diese Klemmkupplungen funktionieren bei runden Kettenstreben gut, bei ovalen oder nicht rund geformten Kettenstreben haelt die Klemme nicht und kann sich bei der Fahrt loesen. Das ist dann doch eher suboptimal fuer einen Anhaenger, der sicher ausgeliehen werden koennen soll. Wir entschieden uns dazu, einen Weber-Deichsel-Anschluss zu verbauen.
Einfach tauschen war nicht moeglich. Das Anschlussstueck, dass besorgt wurde, konnte nicht einfach in die alte Deichsel eingeschoben und verschraubt werden, wie die alte Kupplung befestigt wurde, sondern musste ueber das Deichselrohr geschoben werden. Das vorhandene Rohr hatte einen zu kleinen Durchmesser und musste noch adaptiert werden. In der Rohrstuecksammlung fanden wir ein passendes Stueck, dass wir dann ueber das alte Deichselrohr schoben und alles passte. Damit wir nicht drei Rohrstuecke mit zwei Verschraubungen haben und damit doch recht viel Spiel, wollten wir das dicke Rohr, das mit dem Haenger verbunden ist, mit dem dicken Rohr verschweissen. Motiviviert gingen wir zur Tat und fingen an, die beiden Rohrstuecke zu verschweissen. Und wunderten uns, dass die Schweissverbindungen nicht hielten. Bis jemand auf die Idee kam, einen Magneten an die Deichsel zu halten. Beschaemt mussten wir feststellen, dass ein Teil der Deichsel aus Aluminium bestand - weswegen wir die Deichselstuecke auch verschraubt hatten ... - und der andere Teil aus Stahl, genauso, wie das neue Adapterstueck, das wir einbrachten. Aluminium und Eisen, Stahl hier, kann man nicht verschweissen.
Kurzum. Wir mussten eine neue Deichsel anfertigen.
Aus der Rohrsammlung nahmen wir drei Rohre, um die neue Deichsel zusammenzuschweissen und mit einer Verstaerkungsstrebe zu versehen.
Um das Fahrverhalten des Anhaengers zu verbessern, beschlossen wir, die Deichsel direkt am Anhaengerrahmen festzuschweissen. Wir gehen auch davon aus, dass der Anhaenger nicht fuer den Transport zerlegt wird und so musste die Deichsel auch nicht mehr demontierbar sein.
Ausleihende brauchen am Rad eine Weber-Kupplung oder muessen sich bei der Ausleihstation zusammen mit dem Anhaenger eine ausleihen.
Jemand aus dem hatte dann viel Spass, die Balance mit dem Anhaenger zu halten.
Jetzt fehlt nur noch das Heinerbike-Branding und dann kann der Anhaenger in den Verleih.