Letzten Sonntag, also am ersten Maerz 2026 hatten wir wieder unseren monatlichen Sammeltermin.
Da Dr. Dee schonmal solo in der Gegend geploggt hat, schlug er aus Erfahrung vor, doch da nochmal mit voller Besetzung sammeln zu gehen.
Vorher haben wir noch mehrere Plakate um den Sammelort herum aufgehaengt, um auf die Sammelaktion hinzuweisen.
Am Sonntag dann starteten wir mit acht Sammler:innen. Abgesehen vom World Cleanup Day 2025 war das die groesste Anzahl Motivierter. Spaeter kamen ncoh ein paar dazu. Und an diesem Sonntag brauchten wir wirklich jede Hand.
Waehrend die Sammelcrew sich schon am Nordbahnhof eingefunden hatte und anfing sich zum Sammeln zu verteilen, blieben die Menschen, die das VOLS (Vor-Ort-Logistik-System) und "Ploggenom 3", der grosse Anhaenger, der vom Lokalen Fahrradfahren und Heinerbike fuer die Sammelaktionen organisiert wurde, organisieren wollten, erstmal mit dem Anhaenger an einem Schildermast haengen.
Aber lange wurden sie nicht aufgehalten und trafen recht schnell am Nordbahnhof ein.
Es dauerte nicht lang, da war auch schon der erste Sack gefuellt mit Muell, der relativ nah am Nordbahnhof verteilt lag.
Da schon sehr viele dabei waren, teilte sich die Gruppe schonmal. Ein Teil blieb an der Brachflaeche zwischen Nordbahnhof und Tankstelle und saeuberte diese und die angrenzenden Gebuesche von Muell.
Ich wollte mich mal auf der anderen Seite, der Westseite der Frankfurter Strasse, umsehen. Direkt beim ersten Blick ueber das Gelaender fiel schon eine Menge Muell auf. Darunter auch eine Ikone des Plastik- und Wegwerfzeitalters: Ein weisser Gartenstuhl aus Kunststoff.
Ein wenig schaute ich mich noch, den Philipp-Reis-Weg entlang, um und fand dann tatsaechlich noch mehr Muell, darunter auch einen Fernseher, der ins Gebuesch geworfen wurde. Zu zweit zogen wir ihn dann dort heraus. Eine Stahlstange mit Betonfuss und eine Rolle Dachpappe fanden wir direkt nebendran.
Etwas ironisch, dass das Auto der WISAG, einer Firma, die Services fuer Reinigung anbietet, inmitten des sehr frischen Muells steht. Gibt natuerlich tausend Gruende, warum niemand verantwortlich fuer nix ist.
Was neben Verpackungsmuell (haeufigste Fraktion) auch wirklich regelmaessig auftaucht, sind Radkappen.
Waehrend eine Kleingruppe mit der Kleingarten-Side-Quest und die andere mit der Brache beschaeftigt waren, beschaeftigte sich die erste Gruppe mit dem Bereich hinter dem Nordbahnhof.
Und was sie dort fanden, ist so aergerlich, wie unverstaendlich:
Eine Wilde Muellkippe.
Richtig toll. (Man kann den Sarkasmus richtig triefen sehen.)
Aber davon lassen wir uns nicht aufhalten und packen an!
Vor Ort wurde dann schon ein wenig Stoffseparation betrieben.
Wunderliche Sachen fanden wir auch diesmal. Zum Beispiel eine Deichselbox eines Wohnwagens.
Natuerlich half beim Bewaeltigen der illegalen Muellablagerung die ganze Crew mit. Ansonsten waere das nicht zu schaffen gewesen.
Kiara half mit ihrem FOLD-Lastenrad als On-Site-Transport mit, die Dinger von dem Platz an den Abholplatz zu bringen. Zwischendurch erledigte sie noch ein paar Organisationsfahrten, da uns die Roten Saecke ausgingen.
(Strategische Zensurwaage erspart mir das Verpixeln.)
Der grosse Anhaenger Ploggenom 3 naehert sich der Fertigstellung an, wird aber schon ausgiebig gestestet, um die verstaerkte Deichsel auf Herz und Nieren zu pruefen. Die Menge an Metallschrott, die wie bei dieser Aktion gefunden haben war schon extrem.
Je weiter wir vorankamen, desto besser wurde die Stimmung. Vor allem, wenn man dann sieht, was man schon alles geschafft hat.
Einige von uns hatten dann auch die Motivation den Abhang zu saeubern. Oder sie wollten einfach mal ausprobieren, wie sich Bergziegen fuehlen. Auf jeden Fall respektabel an so einem steilen Hang durchs Gebuesch zu kriechen und den Muell anderer Leute einzusammeln.
Da niemand mit so einer Menge gerechnet hatte, hatte der ein oder andere dann doch noch einen Anschlusstermin und so machten wir noch ein Gruppenbild.
Danach gings weiter. Wir waren ja noch lange nicht fertig.
Also Behaeltnis fuer die Plexiglas-Wellplatten bot sich die Haustierbox an und so wurden die alle ordentlich verpackt und konnten auch so gewogen werden.
Nur knapp 10 Kilo, aber was wird da gewogen?
Es ist eine Matratzenrolle! Stolz erlegt und fuer den Abtransport zusammengerollt!
Die beiden Kuehlschraenke mussten wir dann natuerlich auch wiegen. Das gestaltete sich aber etwas interessanter. Am Ende wurden die dann von der Mauer gewogen.
Irgendwann war dann doch ein Ende absehbar.
Aber ganz wollte man dann doch nicht im Bild sein :D
Beim Aufraeumen haben wir noch Asbestplatten gefunden und vor Ort liegen gelassen. Die Experten vom EAD sind da besser fuer geruestet mit Atemschutz und ordentlichen fasersicheren Saecken.
Asbest ist so eine Suende der Vergangenheit, die hoffentlich schnellstmoeglich zuende ist.
In einem benachbarten Gebuesch fanden wir dann noch eine Couch.
Wirklich aergerlich war da der eine Passant, der anmerkte, dass die Couch da schon seit mehreren Wochen liegt. Aber dem EAD ne Mail zu schreiben oder da anzurufen, das war wohl zu viel verlangt.
Wir haben die da natuerlich raus und rueber zum Abholplatz gezogen.
Einen Sack voll Pfandflaschen und mehrere Eimer mit Altglas fanden wir bei der Aktion.
Mit dem ganzen Metallschrott beladen, sah Ploggenom 3 dann wirklich sehr abenteuerlich aus.
Mit einem schoenen Sonnenuntergang verabschiedete sich die Sonne dann auch von uns.
Irgendwann waren wir dann auch am Ende der Aktion und von oben betrachtet sah das richtig gut aus.
Bei der Menge an Muell waren wir fast durchgehend mit Wiegen beschaeftigt. Und so verwundert das niemanden, dass wir ueber 80 Mal gewogen haben.
Das ganze dann zusammengerechnet kommen wir bei 745,3 Kilogramm heraus.
Den Muell haben wir in der Strasse "Am Nordbahnhof" fuer den EAD zur Abholung bereitgestellt.
Die Garage mit den Asbestplatten
Gar nicht mal so gross das Gebiet, in dem wir aktiv waren am Sonntag.
[A] ist der Ort, an dem wir den Muell abgelegt haben.
Bei [B] steht die Garage mit den Asbestplatten.
Nachdem wir da durch sind, sieht es aus, wie am ersten Tag:
Wir trugen uns schon laengere Zeit mit der Idee, den Metallschrott zu verkaufen und das damit eingenommene Geld der COPD-Forschung zu spenden. Bisher war das nicht besonders lohnenswert.
Bei dieser Aktion ist eine sehr grosse Menge Metallschrott angefallen und so wollten wir das mal versuchen.
Also den Anhaenger voll mit Metallschrott zum Altmetallhaendler gefahren.
Lustig wars, weil ich wahrscheinlich die erste Person war, die Schrott mit dem Fahrrad angeliefert hat, aber nicht wirklich rentabel.
Am Ende kamen 7,62 Euro zusammen.
Und bei der ganzen Aktion hat sich auch ein Teil der Anhaengerkupplung verabschiedet.
Durch das hohe Gewicht des Anhaengers, wurde die Polygonscheibe rundgeschliffen und die Kupplung war nicht mehr verdrehsicher. Wurde noch am gleichen Tag bei eeemotion repariert. Heinerbike ueberlegt jetzt, eine andere Kupplung zu montieren, damit sowas nicht mehr passiert. Vor allem nicht, wenn Clean Our Planet Dudeens! den wieder ausleiht.
Eine grundsaetzliche Frage aber bleibt: Ist das jetzt eine NOgonscheibe, weil sie keine Ecken mehr hat oder eine PolyGONEscheibe, weil alle Ecken weggegangen sind?
Der EAD wurde am Abend noch per Mail informiert und am naechsten Tag war schon alles weg:
Auch die Asbest-Platten wurden entsorgt.
Aber warumauchimmer, wurde direkt ein Fahrrad in der Garage ohne Schloss abgestellt. Das Fundbuero darf sich darum kuemmern :)
Nachdem so viele Leute so viel geschafft haben, um die Umwelt wieder ein Stueck sauberer zu machen, ist es Zeit, auch mal Danke zu sagen:
An die wunderbaren Helfer, die freiwillig an einem Sonntag den Dreck anderer Leute wegraeumen.
Dem EAD (Eigenbetrieb Abfallwirtschaft Darmstadt), der nicht nur die Saecke und Zangen bereitstellt, sondern den Muell auch abholt und entsorgt.
Dem Lokalen Fahrradfahren, die den grossen Anhaenger gebaut und Heinerbike zur Verfuegung gestellt haben.
Heinerbike, die sowohl das Lastenrad, als auch den Anhaenger fuer diese Aktionen zur Verfuegung stellen.